Kolloquium für Physiklehrende WS 2007/2008

Die kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung und die räumliche Geometrie des Universums

Prof. F. Steiner, Theoretische Physik
Di, 13.11.2007, 16:15 Uhr
Physik-Hörsaal H 2 der Universität Ulm

Die kosmische Mikrowellenhintergrundstrahlung (KMS) stellt das bisher früheste der Messung zugängliche Signal („Echo“) des Urknalls dar. Im Vortrag wird die der KMS zu Grunde liegende Physik beschrieben und es werden die Messungen der KMS durch die beiden NASA-Satelliten COBE (Nobelpreis für Physik 2006) und WMAP vorgestellt. Schließlich wird erläutert, wie neueste theoretische Analysen der KMS erstmals einen Hinweis darauf liefern, dass unser Universum möglicherweise räumlich endlich, aber unbegrenzt ist.

Bionik – die Evolution als Problemlöser

Prof. M. Pietralla, Experimentelle Physik
Di, 11.12.2007, 16:15 Uhr
Physik-Hörsaal H 2 der Universität Ulm

Dieses Kunstwort aus Biologie und Technik bezeichnet Problemlösungen und Problemlöseverfahren, die aus dem Bereich der biologischen Evolution in den Bereich der Technik transferiert werden. In den letzten Jahren haben Schlagworte wie der Lotoseffekt und das Geckoprinzip diesen Begriff populär gemacht.

In diesem Vortrag soll gezeigt werden, wie die Evolution weit mehr als nur die vertrauten linearen Näherungen zustande bringt: „Nach den Gesetzen der Physik kann eine Hummel nicht fliegen. Wie gut, dass die Hummel keine Physikbücher liest!“

Neben der Lösung eines Problems sind aber auch die Verfahren zur Lösung Gegenstand bionischer Forchung. Evolutionäre Algorithmen und neuronale Netze gehören dazu.

Die direkte Übertragbarkeit von Lösungen ist oft nicht möglich. Skalierbarkeiten spielen eine große Rolle. Andererseits gibt es in allen technischen Bereichen Ergebnisse der Bionik, die anwendbar sind oder angewendet werden.

Die Größe S

Prof. W.A. Kreiner, Chemische Physik
Di, 15.1.2008, 16:15 Uhr
Physik-Hörsaal H 2 der Universität Ulm

Die Entropie S ist eine bekannte thermodynamische Größe, die sagt wo es lang geht. Sie gibt die Richtung vor, wo immer dem Zufall Spielraum gegeben ist. Etwa bei Reaktionen und Diffusionsvorgängen; wo Moleküle entweder aufeinander treffen und reagieren oder sich voneinander wegbewegen und dabei verdampfen. In beiden Fällen können sie in die Luft gehen. Sogar das Mensch-ärgere-dich-nicht beherrscht sie – und sie hat auch noch das seltene Schicksal, gelegentlich mit ihrer Gegenspielerin verwechselt zu werden, der Information. Mit anschaulichen Modellen, ergänzt durch einige Experimente, soll eine schülergerechte Darstellung des Themas rund um die Größe S versucht werden.

Regenbögen, Halos, Heiligenscheine – optische Phänomene in der Atmosphäre

Prof. P.C. Hägele und G. Brackenhofer, Angewandte Physik
Di, 12.2.2008, 16:15 Uhr
Physik-Hörsaal H 2 der Universität Ulm

Die Sonne bewirkt in der Atmosphäre eine Fülle faszinierender Lichterscheinungen: den blauen Himmel, einen roten Sonnenuntergang, Sonnensäulen, Nebensonnen, Haloerscheinungen, Regenbögen, Koronen, Glorien, „Heiligenscheine“ und „Brockengespenste“.

Mit wenigen physikalischen Grundprinzipien lassen sich diese Phänomene erklären. Einige Experimente und Simulationen am PC sollen das Verständnis vertiefen.



Rückfragen: Matthias Freyberger
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