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Universität | Physik |
Theoretische Physik
Arbeitsgruppe Dynamik und Spektroskopie kondensierter MaterieUniversität Ulm |
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Energietransport und optische Eigenschaften in molekularen Nanostrukturen Mit der Aufklärung der ringförmigen Struktur
natürlicher
photosynthetischer Lichtsammelsysteme war eine strukturelle Basis
für
theoretische Untersuchungen ihrer optischen Spektren und des
elektronischen
Energietransportes in und zwischen den Ringsystemen gegeben. In einem
Modell,
in dem der Einfluß von inner- und zwischenmolekularen
Schwingungsfreiheitsgraden
durch stochastische Prozesse mit farbigem Rauschen beschrieben wird,
werden
optische Absorptionsspektren für Strukturen verschiedener
Größe
berechnet [1]. Dendrimere sind baumartig verzweigte Nanostrukturen, die
in definierter Weise synthetisiert werden können. Eine
vorgeschlagene
Anwendung stellt ihr Einsatz als artifizielle Lichsammelsysteme dar.
Unter
Berücksichtigung der baumartigen Struktur wurden für
Dendrimere
verschiedener Größe der Energietransport und die optische
Absorption
in einem stochastischen Modell mit weißem Rauschen untersucht
[2].
Systeme mit starker Elektron-Phonon-Wechselwirkung Die Wechselwirkung zwischen elektronischen und
Schwingungsfreiheitsgraden
spielt bei verschiedenen Phänomenen in der kondensierten Materie
eine
wesentliche Rolle. Für elektronische 2-Niveau-Systeme wurde
untersucht,
unter welchen Bedingungen die Schwingungsfreiheitsgrade klassisch
beschrieben
werden können [3]. Unter bestimmten Voraussetzungen gehen die
Moleküle
eines Systems mit starker Elektron-Phonon-Wechselwirkung nach
elektronischer
Anregung in einen gebundenen Zustand und bilden ein sogenanntes
Exzimer,
das mittels optischer Spektroskopie nachgewiesen werden kann. In [4]
wurden
solche Exzimerzustände für Pyren-Kristalle theoretisch
bezüglich
ihrer spektroskopischen Eigenschaften und ihres Relaxationsverhaltens
untersucht.
Die Elektron-Phonon-Wechselwirkung ist auch grundlegend für das
Verständnis
der Supraleitung. Als Beitrag zum Verständnis von
Hochtemperatursupraleitern
wurde in [5] die Bildung von Bipolaronen untersucht.
Nichtlineare Optik Nichtlineare optische Eigenschaften von Halbleitern sind im
Hinblick
auf Anwendungen in der Photonik von großem Interesse. Solche
Eigenschaften
wurden für Charge-Transfer-Exzitonen in Quantentrögen [6] und
von Anregungszuständen in Quantentrögen in Mikroresonatoren
[7]
untersucht. In einem weiteren Forschungprojekt werden theoretisch
Pump-Probe
Experimente, die Informationen über angeregte elektronische
Zustände
liefern, behandelt [8]. Es konnte gezeigt werden, daß
Hybridexzitonen,
d.h. Exzitonen an Grenzflächen zwischen organischen und
anorganischen
Nanostrukturen, für Anwendungen in der Photonik interessante
optische
Eigenschaften haben: sie übernehmen die große
Nichtlinearität
von Exzitonen in anorganischen und das große
Übergangsdipolmoment
von Exzitonen in organischen Materialien [9]. Schließlich wurde
in
[10,11] die Ausbreitung solitärer Wellen an Grenzflächen mit
Fermi-Resonanz studiert.
Einzelmolekülspektroskopie- und Nahfeldmikroskopie Aus der Dynamik der optischen Linien von einzelnen
Gastmolekülen,
die in kondensierte Materie eingebaut sind, erhält man Information
über dynamische Prozesse im Wirt. In [12] werden in einem
stochastischen
Modell solche Linien untersucht. Das Auflösungsvermögen eines
konventionellen optischen Fernfeldmikroskopes ist wegen der Beugung
durch
die optische Wellenlänge begrenzt. Eine Erhöhung der
Auflösung
ist möglich durch eine Begrenzung der Apertur und Beobachtung im
Nahfeld.
Allerdings nimmt dabei die Lichtintensität der evanescenten Welle
exponentiell ab. In [13,14] wird das Abbildungverhalten eines
Nahfeldmikroskopes untersucht, bei dem sich anstelle von Licht in
Materie
Exzitonenwellen propagieren.
Statik und Dynamik stochastischer Modelle In Materialien mit starker statischer Unordnung, z.B. in
Gläsern
oder Polymeren, wird die optische Linienform untersucht [15-17]. In
stochastischen
Modellen mit semi-markovschen Fluktuationen werden spektrale optische
Eigenschaften
[18] und das dynamische Verhalten [19] untersucht In [20] werden in
einem
Transportmodell Fluktuationen von Energiebarrieren durch
nicht-markovsches
Rauschen modelliert und in [21] werden Transporteigenschaften in
beschränkten
Geometrien und Potentialen unter dem Einfluß farbigen Rauschens
studiert.
In der Arbeit [22] werden anhand eines stochastischen Modells exakte
Lösungen
und verschiedene Näherungsverfahren verglichen, um ihren
Gültigkeitsbereich
auszuloten.
Struktur und Dynamik von Polyelektrolytsystemen Geladene Makromoleküle sind wesentlicher Bestandteil von
biologischen
Systemen und spielen eine dominante Rolle bei vielen technischen
Anwendungen.
Wesentliches Charakteristikum solcher Systeme sind die langreichweitige
Coulombwechselwirkung und eine mögliche Abschirmung dieser
Wechselwirkung
durch Gegenionen oder durch beigefügtes Salz. Um ein
mikroskopisches
Verständnis solcher Systeme zu erreichen, wurden verschiedene
theoretische
Untersuchungen durchgeführt. Insbesondere wurden mittels
Molekulardynamik-Simulationen
die Konformationen einer Polyelektrolytkette unter dem Einfluß
ihrer
Gegenionen aufgeklärt [23]. Die Struktur von
Polyelektrolytlösungen
wurde über die Ornstein-Zernicke Gleichung und mit der PRISM
Beschreibung
der Moleküle studiert [24]. Bei genügend starker Abschirmung
der Coulombwechselwirkung können die Polymermoleküle
über
eine semiflexibles Kettenmodell beschrieben werden. Über diesen
Zugang
konnten verschiedenste experimentelle Ergebnisse quantitativ
theoretische
Beschrieben werden [25].
Adsorption und Selbstorganisation von Makromolekülen an Grenzflächen Die Adsorption an Grenzflächen führt zu
strukturellen
Änderungen in makromolekularen Systemen und zu neuartigen
selbstorganisierten
Strukturen, die sich technisch nutzen lassen. In einer Reihe von
Molekulardynamik-Simulationen
und analytischen Rechnungen wurden die Strukturen verschiedenartigster
adsorbierter Moleküle untersucht. Dazu gehören insbesondere
Block-Copolymere
[26], Polyelektrolyte, Bürstenmoleküle, usw. Die generischen
Eigenschaften der sehr komplexen Moleküle wurden mittels eines
semisteifen
Kettenmodells aufgezeigt [27].
Das theoretische Verhalten von glasartigen Systemen ist eines
der zentralen
Probleme der modernen statistischen Physik. Insbesondere die stark
ausgeprägte
Kollektivität der Partikelbewegung ist ein universelles Merkmal
solcher
Materialien. Um ein tieferes Verständnis der
Bewegungsvorgänge
in unterkühlten Flüssigkeiten und Gläsern zu erhalten,
wurde
die Dynamik von Spin-Gittermodellen mit topologischen Restriktionen
analytisch
im Rahmen einer Modenkopplungstheorie untersucht [28]. Außerdem
wurde
ein Molekulardynamik-Algorithmus entwickelt, der eine tiefere Analyse
der
scheinbar zufällig erfolgenden Sprünge des
Vielteilchensystems
"Glas" zwischen benachbarten Minima im Phasenraum erlaubt [29].
Polymere Netzwerke sind gewöhnlich Systeme mit einer
eingefrorenen
topologischen Struktur. Die Bildung eines mehrkomponentigen Netzwerkes
aus verschiedenartigen Monomeren oder Polymerketten kann deshalb zur
Fixierung
von Nichtgleichgewichtsstrukturen führen, da die einmal
geschlossenen
Bindungen z.B. eine konkurrierend verlaufende Phasenseparation
zunächst
behindern und nach Überschreitung des Gelpunkts sogar ganz
ausschließen.
Die als Folge der Reaktions-, Diffusions- und Separationsprozesse
entstehenden
nanoskopischen Strukturen wurden mit einer erweiterten Cahn-Hilliard
Theorie
im Rahmen einer RPA-Näherung untersucht und klassifiziert [30].
Komplexe Systeme können auf einem relativ elementaren Niveau durch
Bilanzgleichungen beschrieben werden, die durch die Wechselwirkung der
einzelnen Elemente des Systems entstehen. Im Grunde handelt es sich
dabei
um mehr oder weniger komplizierte Regeln des Zusammenwirkens, die im
allgemeinen
heuristisch bestimmt werden. Trotzdem können in solchen Systemen
universelle
Eigenschaften beobachtet werden, die auf einfache skaleninvariante
Gleichungen
zurückführbar sind. Für meteorologische Meßreihen
[31] und Schwankungen am Finanzmarkt [32] konnten solche Gleichungen
abgeleitet
werden, die z.B. über die bekannte Black-School-Gleichung
hinausgehen
und das Skalenverhalten insgesamt gut wiedergeben.
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Created by Daniel T. Schmitt |
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